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Häufig gestellte Fragen zur Riester Rente (FAQ)

 

1.   Riester Rente Entstehung
2.   Vorteile der Riester Rente
3.   Wer hat Anspruch auf Riester Förderung?
4.   Wer hat keinen Anspruch auf Riester Förderung?
5.   In welcher Höhe erhält man die Riester Förderung?
6.   Ist die private Altersvorsorge eine Pflicht? Ist Sie sinnvoll?
7.   Welche Anlageformen gibt es bei der Riester Rente?
8.   Welche Anlageform ist die Richtige?
9.   Wo kann ich die Riester Rente abschliessen?
10. Welchen Betrag sollte man für die Riester Rente sparen?
11. Muss die Riester Förderung beantragt werden?
12. Kann für bestehende Verträge Förderung beantragt werden?
13. Welche Steuervorteile hat man mit der Riester Rente?
14. Kann ich die Riester Rente beantragen, wenn ich im Ausland lebe?
15. Wann kann ich die Riester Rente in Anspruch nehmen (Auszahlung der Rente)?
16. Kann ich das angesparte Geld für eine Immobilie nutzen?



1. Riester Rente Entstehung

Walter Riester, geboren 1943 in Kaufbeuren, wurde im Jahr 1998 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Die, nach seinem Namen benannt Riester Rente, wurde in seiner Amtszeit geschaffen. Walter Riester war derjenige, der zuerst eine freiwillige, private Altersvorsorge vorschlug und diese staatlich fördern wollte. Im Jahr 2001/2002 fand eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung statt und in diesem Zuge wurde auch ein neues, privates Rentenmodell eingeführt: die Riester Rente.

Ausschlaggebend war die Kürzung der gesetzlichen Renten - vor allem kommende Rentner müssen mit erheblichen Einbußen rechnen - und die geänderte Berechnungsgrundlage. Mit der Riester Rente fand man eine Lösung, um die entstehende Lücke bei den Rentnern schließen zu können. Denn aufgrund der Veränderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung wird vielen Rentnern das Einkommen nicht ausreichen, um den Lebensstandard beizubehalten und vor allem um ausreichend versorgt zu sein.

Daher soll die Riester Rente eine zusätzliche Rente sein, die zusammen mit der gesetzlichen Rente dieses ermöglichen kann. Schon seit Jahren wird gesagt, dass eine private Altersvorsorge sinnvoll ist, doch nur die wenigsten Menschen hatten bis dahin wirklich Vorsorge getroffen. Daher kam man auf die Idee mit der staatlichen Förderung einen kleinen Anreiz zu geben, der die Bürger zum Sparen motivieren soll. Walter Riester selbst schied am 22. Oktober 2002 aus der Bundesregierung aus.

Da in der Zukunft die Zahl der Rentenempfänger immer weiter steigen wird, die Zahl der Erwerbstätigen aber weiterhin abnimmt, ist mit weiteren Kürzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung zu rechnen. Daher sollte jeder rechtzeitig an die private Altersvorsorge denken.

2. Vorteile der Riester Rente

Es ist kaum verständlich, dass relativ wenige Menschen die Riester Förderung in Anspruch nehmen. Denn grundsätzlich bringt sie eine Reihe von Vorteilen mit sich und lohnt sich fast für jeden. Die staatlichen Förderungen, entweder in Form von Zulagen oder durch Steuerersparnisse, machen auch sonst nicht so attraktive Geldanlagen zu einer lukrativen, wie beispielsweise der Banksparplan. Im Jahr 2008 gibt es erneut eine Steigerung der Zulagen. Schon das allein sollte Grund genug sein über die private Altersvorsorge im Rahmen der Riester Rente nachzudenken.

Hinzu kommt jedoch, dass es sich hier um eine der sichersten Geldanlagen handelt, da alle Sparbeiträge und die staatliche Förderung am Ende der Laufzeit garantiert werden. Also auch bei risikoreichen Geldanlagen kann man keine Verluste erwirtschaften. Die Riester Rente bietet zudem ein sehr hohes Maß an Flexibilität und Transparenz. So kann man zwischen verschiedenen Anlageformen wählen und der Beginn der Rentenzahlung lässt sich flexibel zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr festlegen. Das angesparte Guthaben kann auch nicht gepfändet werden, wie es sonst bei Geldanlagen möglich ist.

Auch für Geringverdiener ist diese Form der privaten Altervorsorge geeignet. Oft reichen bereits die Zulagen aus, um die eigene Sparleistung zu erbringen. In diesen Fällen muss lediglich ein jährlicher Sockelbetrag von 60 Euro gezahlt werden, das sind umgerechnet gerade mal 5 Euro im Monat. Ein Betrag, der auch von Geringverdienern aufgebracht werden kann. Und schließlich kann somit die entstehende Versorgungslücke im Alter geschlossen werden.

3. Wer hat Anspruch auf die Riester Förderung?

Mit der Riester Rente wird eine breite Masse der Bevölkerung angesprochen und viele Personen kommen in den Genuss der staatlichen Förderung. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass alle Personen die Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, einen Anspruch haben. Zu diesem Personenkreis gehören alle Angestellten und Arbeiter, Bezieher von Lohnersatzleistungen, Wehr- und Zivildienstleistende, Frauen und Männer in der Kindererziehungszeit (in den ersten 3 Lebensjahren des Kindes), sowie Angestellte und Beamte des öffentlichen Dienstes, wenn diese einen Anspruch auf Leistungen aus der Zusatzversorgung haben.

Hinzu kommen noch Pflichtversicherte, die Beiträge in die Alterssicherung für Landwirte entrichten. Geringfügige Beschäftigte, die auf ihre Versicherungsfreiheit verzichten, haben ebenfalls einen Anspruch. Selbständige, die gleichzeitig einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, können ebenfalls eine Förderung im Rahmen der Riester Rente erhalten.

Grundsätzlich wird eine Förderung nur den genannten Personen gewährt. Einzige Ausnahme: Bei Ehepartnern reicht es aus, wenn einer die Voraussetzungen erfüllt. Dann können beide Ehepartner einen Altersvorsorgevertrag abschließen (jeder auf seinen Namen) und beide können die staatliche Förderung beantragen, vorausgesetzt es handelt sich nicht um dauernd getrennt lebende Ehepartner. Man sieht, dass hier ein sehr großer Personenkreis angesprochen wird. Umso erstaunlicher ist es, dass relativ wenige Menschen diese Möglichkeit der privaten Altersvorsorge nutzen. Denn hiermit lässt sich die entstehende Versorgungslücke bei Rentenbeginn schließen und der Lebensstandard kann beibehalten werden.

4. Wer hat keinen Anspruch auf Riester Förderung?

Grundsätzlich wird mit der Riester Rente ein sehr großer Personenkreis angesprochen. Doch leider kommen nicht alle in den Genuss der staatlichen Förderung im Rahmen der Riester Rente. Ausgeschlossen werden alle Personen, die freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Selbständige, die nicht versicherungspflichtig sind, sowie geringfügig Beschäftigte, die ihre Versicherungsfreiheit in Anspruch nehmen. Ehepartner können unter bestimmten Voraussetzungen jedoch auch dann eine staatliche Förderung erhalten.

An alle anderen Personen hat der Staat jedoch auch gedacht. Für Selbständige gibt es die Rürup Rente. Hier können die Anleger staatliche Förderung in Form einer Steuerersparnis erhalten.

5. In welcher Höhe erhält man die Riester Förderung?

Die Riester Rente wird seitens des Gesetzgebers entweder durch Zulagen oder durch Steuervorteile gefördert. Die Höhe der Zulagen ist vom Familienstand und der Kinderanzahl abhängig: dementsprechend setzt die Zulagenförderung sich aus einer Grundzulage und einer Kinderzulage zusammen.

Die Grundzulage betrug zu Beginn der Riester Rente (in den Jahren 2002 und 2003) 38 Euro, in den Jahren 2004 und 2005 betrug sie 76 Euro, seit dem Jahr 2006 beträgt sie 114 Euro und im Jahr 2008 wird sie noch einmal auf 154 Euro angehoben. Bei Ehepaaren gilt die Regelung, dass beide Partner die Grundzulage beantragen können, wenn jeder einen eigenen Riester Vertrag auf seinen Namen abschließt. Dies gilt auch dann, wenn nur einer der Partner zum förderfähigen Personenkreis zählt. Für jedes Kind wird eine zusätzliche Kinderzulage gewährt.

Voraussetzung hierfür ist, dass für das Kindergeld zumindest ein Monat lang im förderfähigen Jahr Kindergeld bezogen wurde. Die Kinderzulage betrug in den Jahren 2002 und 2003 zunächst 46 Euro, im Jahr 2004 und 2005 wurde sie auf 92 Euro angehoben. Zurzeit beträgt die Kinderzulage 138 Euro und soll im Jahr 2008 auf 185 Euro erhöht werden. Um in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen, muss jedoch ein Mindestsparbeitrag geleistet werden. Zurzeit beläuft sich der Mindestsparbetrag auf 3 Prozent vom rentenversicherungspflichtigen Jahreseinkommen und wird im Jahr 2008 auf 4 Prozent angehoben.

Allerdings werden die Zulagen zu dem Mindestsparbetrag gerechnet. Beispiel: Eine ledige Mutter mit einem Kind hat ein jährliches rentenversicherungspflichtiges Einkommen in Höhe von 20.000 Euro. Dementsprechend liegt der Mindesteigensparbeitrag bei 600 Euro im Jahr (drei Prozent). Von diesen 600 Euro kann die Grundzulage in Höhe von 114 Euro und die Kinderzulage in Höhe von 138 Euro abgezogen werden. Hier muss die Mutter 348 Euro im Jahr selbst zahlen. Bei Geringverdienern kann es vorkommen, dass sich bei dieser Berechnung ein Negativ-Betrag ergibt. Dementsprechend wurde vom Gesetzgeber ein Mindestsockelbeitrag in Höhe von 60 Euro festgelegt. Beträgt die Eigenleistung weniger, so werden die Zulagen auch nur prozentual gewährt. Die Zulagen werden von der Zentralstelle für Zulagenförderung gezahlt und fließen direkt in den Riester Vertrag. Wer ein höheres Einkommen erzielt, der kann darüber hinaus auch steuerliche Vorteile nutzen - im Rahmen des steuerlichen Sonderausgabenabzugs.

6. Ist die private Altersvorsorge eine Pflicht? Ist Sie Sinnvoll?

Grundsätzlich besteht für die private Altersvorsorge keine Verpflichtung. Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Versicherung, bei der jeder für sich selbst entscheiden muss, ob er diese abschließen möchte. Grundsätzlich muss jedoch gesagt werden, dass auf Grund der Veränderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung eine private Altervorsorge sinnvoll ist. Die Rentenreform im Jahre 2001/2002 hat zu dazu geführt, dass eine andere Berechnungsgrundlage für Renten besteht. Zum anderen müssen zukünftige Rentner aber auch mit erheblichen Einbußen rechnen. Dadurch entsteht im Alter eine Versorgungslücke, die es zu schließen gilt.

Kaum einer wird mit der gesetzlichen Rente allein im Alter den Lebensstandard beibehalten können, den er bis dahin geführt hat. Schließt sich die Frage an, ob man überhaupt noch ausreichend versorgt ist. Trotz der Renten Reform ist die Situation in der gesetzlichen Rentenversicherung nach wie vor angespannt.
Geht man davon aus, dass die Zahl der Rentenempfänger weiter steigen wird und die Zahl derer, die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, weiter sinken wird, so ist auch in Zukunft mit weiteren Kürzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung zu rechnen. Führt man sich diese Entwicklung vor Augen, so stellt man schnell fest, wie wichtig eine private Altersvorsorge ist, um das Leben auch im Alter genießen zu können.

7. Welche Anlageformen gibt es bei der Riester Rente?

Es gibt verschiedene Anlageformen. Hierbei muss man zunächst zwischen der privaten Altersvorsorge und der betrieblichen Altervorsorge unterscheiden. Innerhalb der privaten Altersvorsorge findet sich:
- die private Rentenversicherung, die auch die fondsgebundene Rentenversicherung beinhaltet - Fondssparpläne, die eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge geben und eine Restverrentung vorsehen - Banksparpläne

Grundsätzlich müssen die Riester Verträge zertifiziert sein, damit die staatliche Förderung beantragt werden kann. Hierzu müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden:

  • die eingezahlten Beiträge und Zulagen müssen am Ende der Sparphase garantiert werden,
  • Auszahlungen dürfen frühesten ab dem 60. Lebensjahr erfolgen,
  • die Auszahlung muss in Form einer Leibrente oder eines Auszahlungsplanes erfolgen,
  • Vertriebs- und Abschlusskosten müssen auf 5 Jahre oder mehr verteilt werden,
  • dem Kunden müssen bestimmte Informationen zur Verfügung stehen,
  • es müssen laufend Beiträge entrichtet werden,
  • und eine Ruhestellungs- bzw. Kündigungsmöglichkeit muss gegeben sein.

Nur wenn alle Punkte erfüllt werden, kann der Vertrag die Riester Zertifizierung erhalten. Und nur dann kann die staatliche Förderung beantragt werden. Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge gibt es ebenfalls verschiedene Anlageformen, die fördermöglich sind: Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen. Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf eine Gehaltsumwandlung, um so in die betrieblichen Altersvorsorge zu sparen.

8. Welche Anlageform ist die Richtige?

Die Frage kann nicht einfach beantwortet werden, da dies von jedem Sparer individuell abhängig ist. Zum einen spielt das Alter eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, zum anderen aber auch der Familienstand und die persönlichen Wünsche. Die Riester Produkte sind zwar alle behördlich zertifiziert, aber sie unterscheiden sich dennoch erheblich voneinander. Wer beispielweise eine Familie hat, sollte darauf achten, dass eine Übertragung des angesammelten Kapitals an den Ehepartner möglich ist, wenn der Versicherte selbst vor Beginn der Rentenzahlungen stirbt. Zudem ist es das Eintrittsalter von entscheidender Bedeutung.

Die verschiedenen Anlagearten unterscheiden sich in ihrem Risiko. Zwar werden alle Beiträge und Zulagen gewährt, jedoch kann die Rendite sehr unterschiedlich ausfallen. So wird bei einem Banksparplan eine garantierte Verzinsung gewährt, bei Fondssparplänen ist die Rendite jedoch chancenorientiert. Daher empfehlen sich Banksparpläne für alle, die auf Nummer sicher gehen möchten und für ältere Anleger. Jüngere Anleger dagegen können auch in den Fondssparplan investieren. Hier liegen die Renditechancen deutlich höher, werden aber nicht garantiert.

Jedoch ist davon auszugehen, dass bei einer langen Laufzeit eventuelle Markttiefs wieder ausgeglichen werden können. Grundsätzlich bezieht sich das Risiko im Rahmen der Riester Rente jedoch nur auf die erzielbare Rendite, daher werden auch risikoreiche Anlageformen sicherer. Und auch der Banksparplan, der eher eine geringe Rendite verspricht, kann durch die staatliche Förderung zu einer attraktiven Geldanlage werden. Es empfiehlt sich eine eingehende Beratung vor dem Vertragsabschluss.

9. Wo kann ich die Riester Rente abschliessen?

Heute findet man auf dem Markt eine Vielzahl von Riester Produkten. Grundsätzlich bietet so gut wie jede Bank und Sparkasse Riester Produkte an. Hier können auch die Vertragsabschlüsse vorgenommen werden. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass diese nur ihre eigenen Produkte vertreiben. Aufgrund der Vielzahl lohnt sich jedoch ein Vergleich, denn auch hier können die Konditionen sich unterscheiden. Eine gute Möglichkeit bietet dabei das Internet. In kürzester Zeit kann man hier einen guten Vergleich starten und sich für ein Produkt entscheiden. Meist kann der Vertrag auch gleich online abgeschlossen werden.

10. Welchen Betrag sollte man für die Riester Rente sparen?

Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten, denn der Betrag, der jeden Monat in die private Altersvorsorge fließen sollte, ist von den verschiedensten Kriterien. Zunächst einmal muss festgestellt werden, wie hoch der Bedarf an Altervorsorge ist. Dabei muss überlegt werden, wie viel Geld im Alter benötigt wird, um ein finanziell unabhängiges und zufriedenes Leben führen zu können. Als nächster Schritt sollte geklärt werden, mit welchen Einkünften man im Alter rechnen kann. Hier können die notwendigen Informationen von den Rentenversicherungsträgern eingeholt werden. Hinzu kommen die Einnahmen aus eventuell bereits bestehenden privaten Altersvorsorgeverträgen und eine eventuelle Betriebsrente. Subtrahiert man die voraussichtlichen Einkünfte von dem errechneten Finanzbedarf im Alter, so ergibt sich der Bedarf an Altersvorsorge.

Im weiteren ist die Laufzeit bis Renteneintritt ein wichtiges Kriterium. Wer noch lange Zeit hat, kann mit einem bedeutend kleineren Beitrag ein bestimmtes Ziel erreichen. Doch wichtig ist auch, zu wissen welcher Sparbeitrag entbehrt werden kann, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Es zählt nicht nur das, was man erzielen will, sondern auch das was man aufbringen kann. Eines sollte man jedoch bedenken, der Sparbeitrag darf nicht zu gering gewählt werden, da sonst unter Umständen kein oder kein voller Anspruch auf die staatliche Förderung besteht.

11. Muss die Riester-Förderung beantragt werden?

Ja, die Riester Förderung muss vom Anleger beantragt werden. Wenn das Anlagejahr beendet ist und der Anleger seinen Eigenbeitrag geleistet hat, so muss er die staatlichen Zulagen bei der zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen beantragen. Werden die Zulagen bewilligt, so erfolgt eine Gutschrift direkt auf dem Anlagekonto. Musste zu Beginn der Riester Rente jedes Jahr die Förderung von den Anlagern gestellt werden, so hat hier der Gesetzgeber eine Vereinfachung vorgenommen.

Die Beantragung der Zulagen kann seitens des Anbieters erfolgen, wenn der Anleger diesen dazu beauftragt. Heute übernehmen die meisten Anbieter die Beantragung der staatlichen Zulagen. Wenn sich die persönlichen Verhältnisse des Anlegers ändern, so muss er hierüber unmittelbar eine Meldung machen. Der Anbieter selbst sendet dem Anleger jedes Jahr eine Anbieterbescheinigung zu. Diese Anbieterbescheinigung muss der Einkommenssteuererklärung beigefügt werden, um die Eigenbeträge und Zulagen als Sonderausgaben geltend machen zu können. Das Finanzamt entscheidet über einen möglichen Steuervorteil. Hierbei führt das Finanzamt eine Günstigerprüfung durch, ähnlich wie beim Kindergeld.

12. Kann für bestehende Verträge Förderung beantragt werden?

Grundsätzlich kommt es hierbei auf den bestehenden Vertrag an. Wurde dieser bereits "riesterfähig" gemacht oder wird dieser es in Zukunft, so kann auch hier eine staatliche Förderung beantragt werden. Bei der betrieblichen Altersvorsorge ist eine Beantragung der Förderung möglich, wenn es sich um einen förderfähigen Durchführungsweg handelt. Zu den förderfähigen Durchführungswegen zählen Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen. Im Rahmen der privaten Altersvorsorge muss der Altersvorsorgevertrag das Zertifikat für die Riester-Förderung erhalten haben. Eine Zertifizierung müssen die Anbieter der Altersvorsorgeverträge beantragen und hierfür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Ist dies gegeben, so kann auch für diese Verträge die staatliche Förderung im Rahmen der Riester Rente beantragt werden. Man sollte dabei jedoch bedenken, dass es sich bei der Riester Förderung um einen Ersatz handelt, der die Rentenabsenkung in Zukunft, aufgrund der Rentenreform, ausgleichen soll. Alle Altersvorsorgeverträge, die bereits abgeschlossen wurden, bleiben daher weiterhin sinnvoll. Denn hierdurch wird gewährleistet, dass nicht neue Versorgungslücken im Alter entstehen. In diesem Fall wäre zu überlegen, ob es nicht sinnvoller ist einen zusätzlichen Altersvorsorgevertrag im Rahmen der Riester Rente abzuschließen.

13. Welche Steuervorteile hat man mit der Riester Rente?

Neben den Zulagen können auch steuerliche Vorteile durch die Riester Rente entstehen. In den Genuss kommen vor allem Besserverdienende. Die Eigenbeiträge und die Zulagen können im Rahmen des steuerlichen Sonderausgabenabzugs geltend gemacht werden. Die Geltendmachung ist vom individuellen Einkommen unabhängig. Allerdings können die Aufwendungen nur bis zu einem bestimmten Betrag geltend gemacht werden, der zurzeit bei 1.575 Euro pro Jahr liegt. Dieser Betrag erhöht sich im Jahr 2008 auf 2.100 Euro. Der jährlichen Einkommensteuererklärung muss die Anbieterbescheinigung beigefügt werden. Die Prüfung, ob ein steuerlicher Vorteil in Betracht kommt, erfolgt automatisch seitens des Finanzamtes. Hier wird eine Günstigerprüfung vorgenommen - ähnlich wie beim Kindergeld.

14. Kann ich die Riester Rente beantragen, wenn ich im Ausland lebe?

Zum Teil können auch im Ausland lebende Rentner die Zusatzrente in Anspruch nehmen. Allerdings müssen sie einen Abschlag in Höhe von 15 Prozent in Kauf nehmen. Der Grund hierfür liegt in der nachgelagerten Besteuerung der Riester Rente. Bei Auszahlung der Rente wird der Betrag voll versteuert. Wer jedoch im Ausland lebt unterliegt nicht der Besteuerung, daher würden diese Personen zu einem zweifachen Vorteil kommen. Zum einen hätten sie die staatliche Förderung erhalten und zum anderen müssten sie keine Steuern zahlen, wenn sie zu Rentenbeginn im Ausland leben, denn sie entziehen sich den deutschen Finanzämtern. Daher hat der Gesetzgeber den 15 prozentigen Abschlag für Staatszuschüsse und Steuervorteile eingeführt.

15. Wann kann ich die Riester Rente in Anspruch nehmen (Auszahlung der Rente)?

Bei Vertragsabschluss kann der Rentenbeginn individuell festgelegt werden, wenn er zwischen dem 60. und 65 Lebensjahr liegt. Grundsätzlich steht den Anlegern eine lebenslange Leibrente zu. Mit Eintritt in das Rentenalter kann eine Teilauszahlung in Höhe von maximal 30 Prozent des angesparten Guthabens vereinbart werden. Der Rest erfolgt in einer monatlichen Leibrente. Alternativ zur Leibrente kann auch ein Auszahlungsplan vereinbart werden, der bis zum 85. Lebensjahr reicht, anschließend wird auch dann eine monatliche Leibrente gezahlt. Die Riester Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung und muss bei Auszahlung vollständig besteuert werden. Hintergrund der nachgelagerten Besteuerung ist, dass der Steuersatz im Alter deutlich geringer ist, als während des Arbeitsleben.

Wer Familie hat, sollte darauf achten, dass in den Verträgen auch eine Hinterbliebenenvorsorge getroffen wird. In anderen Fällen fällt das Geld beim Ableben des Rentners an den Anbieter. Die Hinterbliebenenversorgung kann bis zum 85. Lebensjahr abgeschlossen werden. Stirbt der Leistungsbezieher vorher, so erhält der Ehegatte die Leibrente bis zu diesem Zeitpunkt weiter.

16. Kann ich das angesparte Geld für eine Immobilie nutzen?

Wer eine Immobilie erwirbt und diese selbst nutzen möchte kann auf das Altersvorsorgevermögen zurückgreifen. Aus dem bereits angesparten Vermögen kann der Anleger einen Betrag entnehmen, dieser muss zwischen 10.000 und 50.000 Euro liegen. Durch die Entnahme des Geldes können dem Anleger keine Nachteile für die Förderung entstehen. Voraussetzung ist jedoch, dass der entnommene Betrag wieder dem Riester Vertrag zurückgeführt wird. Dies geschieht in gleichen Raten. Der Betrag muss spätestens zum 65. Lebensjahres wieder ausgeglichen sein. ZurZeit können noch recht wenige Personen auf diese Möglichkeit zurückgreifen, da nur selten bereits eine Summe von 10.000 Euro angespart wurde. Doch diese Option wird gerade in den nächsten Jahren in den Fokus rücken. Die Geldentnahme gilt jedoch nur für den Erwerb oder die Herstellung einer Immobilie. Es kann kein Geld entnommen werden, um damit beispielsweise die Immobilie zu modernisieren.

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